Pendelverhalten in Mecklenburg-Vorpommern

Negativer Pendlersaldo und Geschlechterunterschiede

Nr.82/2026  | 12.10.2026  | StatA MV  | LAiV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Das Pendelverhalten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern zum Stichtag 30. Juni 2025 war durch ein ausgeprägtes Pendlerdefizit sowie deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern gekennzeichnet. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern auf Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, arbeiteten von insgesamt 617.369 Beschäftigten mit Wohnort in Mecklenburg-Vorpommern 87,4 Prozent innerhalb des Landes. Den 77.483 Auspendelnden in andere Bundesländer standen 31.062 Einpendelnde aus dem Bundesgebiet gegenüber, woraus ein Pendlerdefizit von 46.421 Beschäftigten für Mecklenburg-Vorpommern resultiert.

Bei den auspendelnden Personen zeigt sich eine Dominanz männlicher Beschäftigter: 50.541 der 77.483 Auspendelnden beziehungsweise 65,2 Prozent waren Männer. Auch unter den 31.062 Einpendelnden aus anderen Bundesländern überwog der Männeranteil mit 62,2 Prozent. Bezogen auf alle sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer mit Wohnort Mecklenburg-Vorpommern lag die Auspendelquote damit bei 16,1 Prozent. Bei den Frauen betrug sie 8,9 Prozent.

Hinter dem Pendlerdefizit verbergen sich geschlechtsspezifische Branchenmuster. Der hohe Männeranteil bei den Auspendelnden speiste sich vor allem aus dem Produzierenden Gewerbe sowie dem Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei. In diesen Wirtschaftsbereichen lag der Männeranteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Wohnort in Mecklenburg-Vorpommern bei 79,2 Prozent. Der Männeranteil unter den Auspendelnden im Produzierenden Gewerbe sowie Verkehr und Lagerei lag sogar bei 85,6 Prozent. In diesen Wirtschaftsbereichen pendelten zusammengenommen 24.022 Männer über die Landesgrenzen, das waren fast die Hälfte aller Auspendler.

Demgegenüber ist das Auspendelverhalten von Frauen auf die Dienstleistungsbereiche konzentriert. Während landesweit durchschnittlich 12,6 Prozent aller Beschäftigten über die Landesgrenzen auspendelten, wiesen Wirtschaftsabschnitte wie Erziehung und Unterricht mit 5,3 Prozent oder das Gesundheits- und Sozialwesen mit 5,5 Prozent eine stark unterdurchschnittliche Pendelquote auf. Genau diese Bereiche stellten 2025 im Land jedoch die größten Beschäftigungsfelder für Frauen dar, da dort insgesamt zwei von fünf Frauen tätig waren.

Die wichtigsten Zielregionen der auspendelnden Personen lagen in den benachbarten Bundesländern. Allen voran zog es 19.619 Beschäftigte nach Schleswig-Holstein, 11.582 nach Hamburg, 8.907 nach Berlin sowie 8.517 nach Brandenburg und 7.858 nach Niedersachsen. Dabei zeigen sich zwei Hauptachsen: Aus Nordwestmecklenburg (12.819 Personen) und Ludwigslust-Parchim (11.793 Personen) pendelte die überwiegende Mehrheit nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Aus der Mecklenburgischen Seenplatte (4.449 Personen) und Vorpommern-Greifswald (3.860 Personen) zog es die Beschäftigten primär nach Berlin und Brandenburg. Umgekehrt stellten Brandenburg (6.969 Personen), Schleswig-Holstein mit (6.232 Personen), Niedersachsen (3.631 Personen) und Berlin (3.285 Personen) das größte Einpendleraufkommen in M-V.

Innerhalb der Landesgrenzen fungieren die kreisfreien Städte als regionale Einpendelknoten. Die Landeshauptstadt Schwerin verzeichnete 2025 mit 16.393 Personen den landesweit höchsten Binnenpendlersaldo (22.694 Ein- gegenüber 6.301 Auspendelnden), wobei über 85 Prozent aus Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg einpendelten. Das absolut höchste Aufkommen an einpendelnden Personen verzeichnete die Hanse- und Universitätsstadt Rostock mit 31.491 Einpendelnden, davon 23.044 aus dem Landkreis Rostock. Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock wiesen mit einem Verlust von 9.714 beziehungsweise 8.899 Beschäftigten die größten Binnendefizite auf. Nahezu ausgeglichen waren die Binnenpendlersalden in Vorpommern-Greifswald (-64 Personen) und der Mecklenburgischen Seenplatte (-169 Personen).

Hinweis:

Die dargestellten Zahlen der Ein- bzw. Auspendelnden berücksichtigen nur Pendelbewegungen zwischen den Bundesländern beziehungsweise innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns über Kreisgrenzen hinweg. Pendelbewegungen in das oder aus dem Ausland sowie Fälle ohne regionale Zuordnung des Wohn- oder Arbeitsortes sind in der Berechnung nicht enthalten.

 

Weiterführende Informationen zum Thema Erwerbstätigkeit finden Sie auf den Internetseiten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern unter https://www.laiv-mv.de/Statistik/Zahlen-und-Fakten/Gesamtwirtschaft-&-Umwelt/Erwerbstaetigkeit/. Der Statistische Bericht "Pendlerverhalten der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer" (Kennziffer A6C3 2025 00) kann kostenfrei als PDF- und XLSX-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Auskünfte erteilt Frau Claudia Mitzscherling, Telefon 0385 588-56718.

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