M-V erreicht beim Konsum 92 Prozent des Bundesniveaus

Staatliche Umverteilung verringert Einkommensunterschiede

Nr.78/2026  | 06.10.2026  | StatA MV  | LAiV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Im Jahr 2024 gaben die privaten Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern 25.230 EUR je Einwohnerinnen bzw. Einwohner für Konsum aus, wie aus Angaben des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder hervorgeht. Deutschlandweit waren es 27.335 EUR. Damit erreichte Mecklenburg-Vorpommern beim Pro-Kopf-Konsum 92,3 Prozent des Bundesniveaus. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern weiter mitteilt, war der Abstand beim Primäreinkommen deutlich größer: Mit 27.424 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner kam Mecklenburg-Vorpommern lediglich auf 75,8 Prozent des Deutschlandwertes von 36.196 EUR.

Primäreinkommen: Deutlicher Abstand zum Bundesdurchschnitt

Das Primäreinkommen ist das Einkommen, das durch die Teilnahme der privaten Haushalte am Wirtschaftsgeschehen entsteht. In Mecklenburg-Vorpommern entfielen 2024 je Einwohnerin bzw. Einwohner 21.963 EUR auf das empfangene Arbeitnehmerentgelt, 2.133 EUR auf Betriebsüberschüsse und Selbstständigeneinkommen sowie per Saldo 3.329 EUR auf Vermögenseinkommen. Zusammen ergab das ein Primäreinkommen von 27.424 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner.

Für Deutschland wurden 28.232 EUR Arbeitnehmerentgelt, 2.424 EUR Betriebsüberschüsse und Selbstständigeneinkommen sowie 5.540 EUR Vermögenseinkommenssaldo je Einwohnerin bzw. Einwohner ausgewiesen. In Mecklenburg-Vorpommern waren demnach insbesondere die Arbeitnehmerentgelte (-22,2 Prozent) und der Vermögenseinkommenssaldo (-39,9 Prozent) deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Verfügbares Einkommen: Umverteilung verringert den Abstand

Das verfügbare Einkommen ist das Einkommen, das privaten Haushalten für Konsum und Sparen zur Verfügung steht. Um das verfügbare Einkommen aus den Primäreinkommen zu berechnen, wird die staatliche Umverteilung berücksichtigt. Die empfangenen monetären Sozialleistungen und sonstigen laufenden Transfers werden zum Primäreinkommen hinzugerechnet. Abgezogen werden die geleisteten Einkommen- und Vermögensteuern, die Nettosozialbeiträge und die sonstigen geleisteten laufenden Transfers.

In Mecklenburg-Vorpommern kamen zum Primäreinkommen von 27.424 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner monetäre Sozialleistungen von 11.500 EUR und sonstige empfangene laufende Transfers von 1.668 EUR hinzu. Dem standen Einkommen- und Vermögensteuern von 3.393 EUR, Nettosozialbeiträge von 9.041 EUR und sonstige geleistete laufende Transfers von 1.246 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner gegenüber. Daraus ergab sich ein verfügbares Einkommen von 26.913 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner.

Deutschlandweit wurden ausgehend von einem Primäreinkommen von 36.196 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner monetäre Sozialleistungen von 9.487 EUR und sonstige empfangene laufende Transfers von 1.618 EUR hinzugerechnet. Abgezogen wurden 4.949 EUR Einkommen- und Vermögensteuern, 11.038 EUR Nettosozialbeiträge und 1.245 EUR sonstige geleistete laufende Transfers. Das verfügbare Einkommen belief sich damit auf 30.069 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner.

Der Vergleich zeigt, warum sich Mecklenburg-Vorpommern beim verfügbaren Einkommen deutlich dem Bundesdurchschnitt nähert. Die monetären Sozialleistungen lagen im Land um 2.013 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner über dem Deutschlandwert. Zugleich waren die Einkommen- und Vermögensteuern um 1.556 EUR und die Nettosozialbeiträge um 1.997 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner niedriger. Die sonstigen empfangenen und geleisteten laufenden Transfers unterschieden sich dagegen nur geringfügig.

Besonders ins Gewicht fiel die Alters- und Hinterbliebenenversorgung: Auf sie entfielen in Mecklenburg-Vorpommern 7.376 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner, gegenüber 5.744 EUR im Bundesdurchschnitt. Damit machte sie rund 64 Prozent der im Land empfangenen monetären Sozialleistungen aus. Für Leistungen bei Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe wurden 1.318 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner ausgewiesen; deutschlandweit waren es 1.242 EUR.

Unter dem Strich verminderte die staatliche Umverteilung das Einkommen in Mecklenburg-Vorpommern um rund 511 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner: Aus 27.424 EUR Primäreinkommen wurden 26.913 EUR verfügbares Einkommen. Im Bundesdurchschnitt verringerte sich das Primäreinkommen durch die Umverteilung um ein Vielfaches: Die Differenz betrug 6.127 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner. Dadurch verringerte sich der Abstand Mecklenburg-Vorpommerns von 24,2 Prozent beim Primäreinkommen auf 10,5 Prozent beim verfügbaren Einkommen; das Land erreichte damit 89,5 Prozent des Bundesniveaus.

Geringere Sparquote verkleinert den Konsumabstand weiter

Zur Ermittlung der Konsumausgaben muss vom verfügbaren Einkommen das Sparen abgezogen werden. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2024 insgesamt 2.100 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner gespart. Im Bundesdurchschnitt entfielen 3.465 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner auf das Sparen und verringerten die verfügbaren Mittel für den Konsum deutlich stärker als im Nordosten. Das Pro-Kopf-Sparen Mecklenburg-Vorpommerns erreichte damit nur 60,6 Prozent des Deutschlandwertes. Auch die Sparquote war mit 7,7 Prozent deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt mit 11,2 Prozent.

Ausgehend vom niedrigen Primäreinkommen (75,8 Prozent vom Bundesdurchschnitt) ist Mecklenburg-Vorpommern ein Gewinner der staatlichen Umverteilung. Daher nähert sich das verfügbare Einkommen Mecklenburg-Vorpommerns dem Deutschlandwert deutlich an (89,5 Prozent). Aufgrund der geringeren Sparneigung nähert sich der Konsum im Land nochmals dem Bundesdurchschnitt auf schließlich 92,3 Prozent an.

 

Hinweise:

Dass eine niedrigere Sparquote den gegenwärtigen Konsum erhöht, ist nicht mit einer grundsätzlich günstigeren wirtschaftlichen Situation gleichzusetzen. Sparen dient auf privatwirtschaftlicher Ebene unter anderem dem Vermögensaufbau und der Altersvorsorge. Eine niedrige Sparquote kann deshalb auch darauf hindeuten, dass Haushalte aufgrund geringerer Einkommen einen größeren Teil ihrer verfügbaren Mittel für den laufenden Konsum benötigen.

In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wird zur Ermittlung des Sparens zum verfügbaren Einkommen noch die Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche hinzugerechnet und von dieser Summe der Konsum abgezogen. Deshalb errechnet sich das Sparen nicht als bloße Differenz zwischen verfügbarem Einkommen und Konsumausgaben. Nach dieser Anpassung standen in Mecklenburg-Vorpommern rechnerisch 27.330 EUR je Einwohnerin bzw. Einwohner für Konsum und Sparen zur Verfügung; deutschlandweit waren es 30.800 EUR. Die Summe aus Konsum und Sparen ist also etwas höher als das verfügbare Einkommen.

 

Weiterführende Informationen zum Thema Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen finden Sie auf den Internetseiten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern unter https://www.laiv-mv.de/Statistik/Zahlen-und-Fakten/Gesamtwirtschaft-&-Umwelt/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen/. Der Statistische Bericht "Bruttonationaleinkommen und Volkseinkommen" (Kennziffer P133 2024 00) kann kostenfrei als PDF- und XLSX-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Auskünfte erteilt Herr Martin Axnick, Telefon 0385 588-56420.

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