Kinder- und Jugendhilfe 2025

Anzahl der Verfahren zur Gefährdungseinschätzung auf Vorjahresniveau

Nr.68/2026  | 08.09.2026  | StatA MV  | LAiV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Die Jugendämter in Mecklenburg-Vorpommern meldeten im Jahr 2025 insgesamt 5.501 Gefährdungseinschätzungen, das ist nur 1 Fall weniger als im Jahr 2024. Damit gab es im vergangenen Jahr bei 2,3 Prozent aller Minderjährigen im Land wesentliche Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls, sodass das Jugendamt ein Einschätzungsverfahren durchgeführt hat.

Ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung wird vorgenommen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bestehen und das Jugendamt sich daraufhin einen Eindruck von der bzw. dem Minderjährigen und der persönlichen Umgebung verschafft. Die Einschätzung des Gefährdungsrisikos erfolgt anschließend in Zusammenarbeit mit mehreren Fachkräften.

Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern lag 2025 in 938 Fällen eine akute und in 763 Fällen eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Das ist 1 Prozent weniger als 2024. Bei den akuten Fällen – wenn also eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls bereits eingetreten ist – gab es im Jahr 2025 Anzeichen für 549 Vernachlässigungen, 305 körperliche Misshandlungen, 389 psychische Misshandlungen und 53 Anzeichen für sexuelle Gewalt.

Bei 2.155 Verfahren zur Gefährdungseinschätzung bzw. 39,2 Prozent wurde keine Kindeswohlgefährdung, jedoch Hilfebedarf zum Beispiel in Form von Erziehungsberatung oder einer Schutzmaßnahme festgestellt. In 1.645 Verfahren bzw. knapp 30 Prozent wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Betroffen waren insgesamt 2.741 Mädchen und 2.760 Jungen. Sowohl bei den Mädchen, als auch bei den Jungen wurden die meisten Verfahren bei den 6- bis unter 10-Jährigen durchgeführt. In rund 63 Prozent der insgesamt 84 Fälle mit akuten und latenten Anzeichen für sexuelle Gewalt waren die Betroffenen weiblich.

Weiterführende Informationen zum Thema Kinder- und Jugendhilfe finden Sie auf den Internetseiten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern unter https://www.laiv-mv.de/Statistik/Zahlen-und-Fakten/Gesellschaft-&-Staat/Kinder--und-Jugendhilfe/. Der Statistische Bericht "Kinder- und Jugendhilfe, Teil 1: Sonstige Leistungen der öffentlichen Jugendhilfe" (Kennziffer K5131 2025 00) kann kostenfrei im PDF- und XLSX-Format heruntergeladen werden. 

Weitere Auskünfte erteilt Frau Darlin Victoria Böhme, Telefon 0385 588-56431.

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