Wirtschaftsstruktur und Bruttolöhne in MV unterscheiden sich regional deutlich
Höchste Durchschnittslöhne in Schwerin und Rostock
Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern betrugen im Jahr 2024 insgesamt 26,7 Milliarden EUR. Das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer kam im Durchschnitt auf einen Jahresbruttolohn bzw. ein Jahresbruttogehalt von 38.665 EUR. Gegenüber 2023 erhöhte sich das durchschnittliche Bruttoeinkommen damit um rund 5,3 Prozent.
Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern weiter mitteilt, wurde das höchste durchschnittliche Bruttoeinkommen 2024 in Schwerin erzielt. Dort kamen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf durchschnittlich 42.306 EUR. Es folgte die Hanse- und Universitätsstadt Rostock mit 42.001 EUR. Am niedrigsten lag der Durchschnitt im Landkreis Rostock mit 36.753 EUR. Damit betrug der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten regionalen Wert rund 5.553 EUR.
Die übrigen Landkreise lagen vergleichsweise eng beieinander. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter betrugen 38.171 EUR in der Mecklenburgischen Seenplatte, 38.098 EUR in Nordwestmecklenburg, 37.444 EUR in Vorpommern-Greifswald, 37.283 EUR in Ludwigslust-Parchim und 37.036 EUR in Vorpommern-Rügen.
Die regionalen Unterschiede stehen auch mit der regionalen Wirtschaftsstruktur im Zusammenhang. Landesweit entfielen 2024 insgesamt 77,4 Prozent der Bruttolohnsumme auf die Dienstleistungsbereiche und 20,8 Prozent auf das Produzierende Gewerbe. Weitere 1,8 Prozent entfielen auf Land- und Forstwirtschaft, Fischerei.
In allen Landkreisen und kreisfreien Städten lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne im Produzierenden Gewerbe über denen der Dienstleistungsbereiche. 2024 lag der durchschnittliche Bruttolohn im Produzierenden Gewerbe bei 43.329 EUR je Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer und damit 14,3 Prozent höher als in den Dienstleistungsbereichen mit 37.921 EUR je Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer. Die Spannweite der Lohnunterschiede zwischen Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungssektor reicht dabei von 5,3 Prozent im Landkreis Rostock bis 32,3 Prozent in Nordwestmecklenburg.
Für die Einordnung der regionalen Unterschiede ist auch die Zusammensetzung des Dienstleistungssektors von Bedeutung. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2024 im Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit; Private Haushalte" durchschnittlich 41.031 EUR je Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer erzielt. Im Bereich "Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen" waren es 37.815 EUR. Deutlich niedriger lag der Durchschnitt im Bereich "Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" mit 33.002 EUR.
In Schwerin arbeiteten mit 47,6 Prozent die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit; Private Haushalte" – der höchste Anteil im Land. Demgegenüber arbeiteten im Wirtschaftszweig "Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" lediglich 21,8 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – der niedrigste Anteil im Land. Das heißt, dass in Schwerin in den Dienstleistungsbereichen besonders viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit durchschnittlich hohen und besonders wenige mit durchschnittlich niedrigen Bruttolöhnen arbeiteten.
Im Landkreis Rostock zeigt sich ein nahezu umgekehrtes Bild. Hier war der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Wirtschaftszweig "Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" mit 31,3 Prozent landesweit am höchsten. Im Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit; Private Haushalte" war der Anteilswert mit 33,4 Prozent am niedrigsten. Damit entfiel ein vergleichsweise großer Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf den Dienstleistungsbereich mit dem niedrigsten durchschnittlichen Bruttolohn.
Neben der Wirtschaftsstruktur unterscheiden sich die Bruttolöhne je Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer auch innerhalb derselben Wirtschaftsbereiche zwischen den Regionen deutlich. Mit Ausnahme des Baugewerbes lagen sie 2024 in Rostock und Schwerin in allen betrachteten Wirtschaftsbereichen höher als in den sechs Landkreisen. Ein vergleichbar eindeutiges Muster zeigt sich zwischen den Landkreisen dagegen nicht. Die Ergebnisse weisen damit auf ein Lohngefälle zwischen den beiden kreisfreien Städten und den Landkreisen hin, das sich nicht allein anhand der hier betrachteten Wirtschaftsstruktur erklären lässt.
Hinweis:
Die Unterschiede in den Bruttolöhnen und -gehältern sind auch auf die vorherrschenden Arbeitszeitmodelle (Voll-/Teilzeit) in den Regionen des Landes zurückzuführen.
Weiterführende Informationen zum Thema Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen finden Sie auf den Internetseiten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern unter https://www.laiv-mv.de/Statistik/Zahlen-und-Fakten/Gesamtwirtschaft-&-Umwelt/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen/. Der Statistische Bericht "Bruttolöhne und -gehälter sowie Arbeitnehmerentgelt der Wirtschaftsbereiche in den kreisfreien Städten und Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns " (Kennziffer P223 2024 00) kann kostenfrei im PDF- und Excel-Format heruntergeladen werden.
Weitere Auskünfte erteilt Herr Martin Axnick, Telefon 0385 588-56420.




