Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern

Einfluss des Großauftrages der Neptun Werft

Nr.38/2026  | 23.06.2026  | StatA MV  | LAiV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Im Jahr 2025 waren laut Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern 2.771 Menschen im Schiffs- und Bootsbau sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, war damit 1 von etwa 200 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen im Schiffs- und Bootsbau zu finden. Im gesamten Bundesgebiet kamen auf rund 1.800 Beschäftigte eine im Schiffs- und Bootsbau beschäftigte Person. Im Jahr 2015 waren 3.196 Personen in Mecklenburg-Vorpommern sozialversicherungspflichtig in der Branche beschäftigt. Innerhalb dieses Zeitraumes gab es im Jahr 2020 den höchsten Beschäftigungsstand mit 5.200 Personen. Anfang 2022 meldeten die MV-Werften Insolvenz an, woraufhin im Jahr 2023 mit 2.498 Beschäftigten im Schiffs- und Bootsbau der Tiefstand in der Zeitreihe erreicht wurde.

Gemäß der Ankündigung der Neptun Werft in Rostock sollen bis zu 500 Arbeitsplätze für den Bau von zwei Konverterplattformen entstehen. Dies entspräche einem Anstieg der Beschäftigtenzahl im Schiffs- und Bootsbau von etwa 18 Prozent gegenüber 2025. Der Einfluss auf den Beschäftigungsstand im Nordosten insgesamt liegt rechnerisch bei 0,09 Prozent.

Als Auftragsvolumen werden bis zu 2,5 Milliarden EUR erwartet. Die Anlagen sollen im Jahr 2034 in Betrieb genommen werden. Im Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Mecklenburg-Vorpommern lag im Jahr 2025 bei 63,6 Milliarden EUR. Im Verarbeitenden Gewerbe, wozu der Schiffs- und Bootsbau zählt, lag die Bruttowertschöpfung bei 6,7 Milliarden EUR. Der zu erwartende Umsatz von 2,5 Milliarden EUR entspricht jedoch nicht der Bruttowertschöpfung, weil dort noch die Vorleistungen, wie eingekaufte Materialien und Dienstleistungen, abgezogen werden müssen. Wird eine Vorleistungsquote von 75 Prozent angenommen, ergibt sich eine Bruttowertschöpfung von 625 Millionen EUR. Damit hätte der Großauftrag einen Wachstumseffekt von knapp einem Prozent auf die Wirtschaftsleistung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gemessen am BIP von 2025. Dieser Wachstumseffekt wird umso größer, je mehr Vorleistungsgüter im Land hergestellt werden. Der hypothetische Wachstumseffekt von 2,5 Milliarden EUR auf das Bruttoinlandsprodukt Mecklenburg-Vorpommerns liegt bei 3,9 Prozent. Dieses hypothetische maximale Wirtschaftswachstum müsste dann auf die acht Jahre bis 2034 verteilt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Herr Martin Axnick, Telefon 0385 588-56420.

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