Fast 3 000 Kinder und Jugendliche in Heimen oder Pflegefamilien betreut

Nr.10/2010  | 04.02.2010  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Stationäre Hilfen zur Erziehung in einem Heim oder in einer Pflegefamilie kommen in Betracht, wenn ambulante Hilfen keinen Erfolg (mehr) versprechen. Wie das Statistische Amt mitteilt, erhielten Ende 2008 insgesamt 2 850 junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses in Form von Heimerziehung - einschließlich anderer betreuter Wohnformen - sowie Betreuung in einer Pflegefamilie. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl dieser Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe um 59 Fälle verringert. Mit Blick auf die vergangenen 15 Jahre fällt auf, dass Heimerziehung als erzieherische Maßnahme deutlich zurückgegangen ist, während die Unterbringung in Pflegefamilien geringfügig zugenommen hat. 

1 568 junge Menschen waren Ende 2008 in einem Heim oder einer sonstigen betreuten Wohnform untergebracht. Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 18 Jahren  beanspruchten diese familienersetzende/-ergänzende Hilfe mit 71 Prozent am häufigsten. 17 Prozent der in einem Heim betreuten Kinder waren unter 10 Jahre alt. Die jungen Volljährigen hatten einen Anteil von 12 Prozent.
Fast jeder zweite junge Mensch (49 Prozent) lebte vor der Heimunterbringung bei einem alleinerziehenden Elternteil, ein weiteres Drittel (34 Prozent) bei einem Elternteil mit neuem (Ehe-)Partner. In 80 Prozent der Fälle bezogen die Herkunftsfamilie oder die jungen Menschen selbst staatliche Transferleistungen, wie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Grundsicherung bei dauerhafter Erwerbsminderung oder Sozialhilfe.
Die drei häufigsten Ursachen für die Heimunterbringung entfielen der Reihenfolge nach auf eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern, deutliche Auffälligkeiten im sozialen Verhalten der jungen Menschen sowie unzureichende Versorgung des Kindes oder Jugendlichen in der Herkunftsfamilie.

Weitere 1 282 junge Menschen wurden Ende 2008 in Pflegefamilien (Vollzeitpflege) betreut. Diese Form der erzieherischen Hilfe erhalten eher jüngere Kinder. So war gut die Hälfte (51 Prozent) der Kinder in Pflegefamilien jünger als 10 Jahre. Weitere 46 Prozent waren im Alter von 10 bis unter 18 Jahren. Hinsichtlich der Situation in der Herkunftsfamilie lebte der überwiegende Teil der jungen Menschen vor der Aufnahme in einer Pflegefamilie bei einem alleinerziehenden Elternteil ohne neuen Partner (55 Prozent) bzw. bei einem Elternteil mit neuem (Ehe-)Partner (24 Prozent). Die jungen Menschen selbst oder deren Eltern erhielten in 86 Prozent der Fälle Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bzw. Grundsicherung bei dauerhafter Erwerbsminderung oder Sozialhilfe.
Gründe für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien waren wiederum hauptsächlich unzureichende Betreuung oder Versorgung der jungen Menschen in der Herkunftsfamilie und eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern sowie Gefährdung des Kindeswohls.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Gabriele Kleinpeter, Telefon 0385 4801-4718.

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