Europawahl 2009

Erneut repräsentative Wahlstatistik

Nr.08/2009  | 26.05.2009  | LWL MV  | Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern

Bereits zum vierten Mal in Folge wird zur Europawahl 2009 eine repräsentative Wahlstatistik durchgeführt. Die repräsentative Wahlstatistik vermittelt Informationen über

  • die Wahlbeteiligung von Frauen und Männern differenziert nach zehn Altersgruppen,
  • die Stimmabgabe der Wähler nach dem Alter (fünf Altersgruppen) und Geschlecht für die einzelnen Parteien und
  • die Ursachen der Abgabe ungültiger Stimmen.

Die repräsentative Wahlstatistik gibt u. a. Antwort auf immer wieder gestellte Fragen:

  • Gibt es Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Frauen und Männern?
  • Bevorzugen jüngere bzw. ältere Wähler bestimmte Parteien?
  • Woher kommen die Nichtwähler?

Um Antworten auf diese und andere Fragen zu erhalten, wird zur Europawahl am 7. Juni 2009, wie bereits 1994, 1999 und 2004, eine repräsentative Wahlstatistik durchgeführt, in die wiederum auch repräsentative Briefwahlbezirke einbezogen werden. Bundesweit wurden dafür 2 533 Urnen- und 322 Briefwahlbezirke mit Hilfe eines mathematisch-statistischen Verfahrens vom Statistischen Bundesamt ausgewählt.
Mecklenburg-Vorpommern ist mit 86 Urnen- und 13 Briefwahlbezirken und über 90 000 Wahlberechtigten an den repräsentativen Auszählungen beteiligt. In den ausgewählten repräsentativen Wahlbezirken erhalten die Wähler für die Stimmabgabe einen Stimmzettel mit Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und Altersgruppen.
Eine Verletzung des Wahlgeheimnisses ist ausgeschlossen, da das Abstimmungsverhalten des einzelnen Wählers durch das Zusammenfassen in Altergruppen nicht bekannt wird. Darüber hinaus dürfen nach dem Statistikgesetz Urnenwahlbezirke mit weniger als 400 Wahlberechtigten und Briefwahlbezirke mit weniger als 400 Wählern nicht in die repräsentative Auswertung einbezogen werden.

Die statistischen Auszählungen bzw. Auswertungen werden nach dem Wahltag und damit zeitlich und örtlich getrennt von der Feststellung des Wahlergebnisses im Wahlbezirk vorgenommen. Die Wählerverzeichnisse werden in den Gemeindewahlbehörden, die Stimmzettel im Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern ausgezählt.

Die Ergebnisse der repräsentativen Auszählungen zur Europawahl 2004 zeigten u. a., dass

  • beide Geschlechter in der Altergruppe der 21- bis 24-Jährigen am wenigsten, ab 60 Jahre und älter am häufigsten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten,
  • der Frauenanteil an den Wählern der GRÜNEN über 55 Prozent, an den sonstigen Parteien über 54 Prozent (darunter der Partei FAMILIE sogar fast 74 Prozent) betragen hat,
  • die NPD ihre Stimmenanteile fast zu 78 Prozent von den männlichen Wählern bezog,
  • jeweils über 50 Prozent der Wählerinnen und Wähler unter 44 Jahren GRÜNE und FDP wählten, die SPD und PDS (jetzt DIE LINKE) jeweils über 44 Prozent ihrer Stimmen von den über 60-jährigen Wählerinnen und Wählern erhielten.

Erste tabellarische Ergebnisse der repräsentativen Europawahlstatistik werden für das Land Mecklenburg-Vorpommern im September 2009 veröffentlicht.