Kommunalwahlen 2009
15 835 Kandidaten bewerben sich um die Sitze in den Gemeindevertretungen/Stadtvertretungen
In den 812 Gemeindevertretungen und 6 Stadtvertretungen der kreisfreien Städte sind insgesamt 8 290 Mandate zu besetzen. Erstmals finden in zwei Gemeinden keine Wahlen zu den Gemeindevertretungen auf Grund fehlender Bewerber statt; im Landkreis Ludwigslust in der Gemeinde Steesow und im Landkreis Uecker-Randow in der Gemeinde Rothemühl.
Am 7. Juni 2009 stellen sich damit für insgesamt 816 Vertretungen 15 835 Kandidaten zur Wahl. 94 Prozent der Bewerber treten in den Gemeinden der Landkreise und 6 Prozent für die Stadtvertretungen der kreisfreien Städte an. Bezogen auf die Anzahl der zu vergebenden Sitze bewerben sich wie 2004 in den Gemeindevertretungen knapp 2 Kandidaten um ein Mandat. In den Stadtvertretungen der kreisfreien Städte entfallen auf ein Mandat auch wieder über 3 Bewerber.
Gegenüber den Kommunalwahlen 2004 ist die Anzahl der Gemeinden um 55 und die Anzahl der Bewerber insgesamt um 796 zurückgegangen. Betroffen davon sind wie 2004 durchweg alle Landkreise. Die Landkreise Güstrow (minus 189 Bewerber) und Demmin (minus 128) verzeichnen die größten Bewerberrückgänge, die Landkreise Rügen (minus 8) und Bad Doberan (minus 7) den geringsten Rückgang.
Unter den Landkreisen weist Nordwestmecklenburg mit 1 690 Bewerbern für die Gemeindevertretungen die höchste und (wie bereits 2004) Uecker-Randow mit 852 Bewerbern die niedrigste Bewerberzahl auf, gefolgt von Müritz mit 938 Bewerbern. Die Bewerberzahlen für die Stadtvertretungen der kreisfreien Städte schwanken zwischen 284 (Rostock) und 91 (Neubrandenburg).
Zu den Gemeindewahlen treten die im Deutschen Bundestag bzw. im Landtag Mecklenburg-Vorpommern vertretenen Parteien wie folgt an: CDU in 68 Prozent der Gemeinden (555), DIE LINKE in 38 Prozent (310), SPD in 34,2 Prozent (279), FDP in 19,1 Prozent (156), GRÜNE in 5,5 Prozent (45), NPD in 4,2 Prozent (34). Die GRÜNEN sind dabei in der kreisfreien Stadt Stralsund sowie in den Gemeinden des Landkreises Uecker-Randow nicht vertreten; die NPD tritt nicht in den kreisfreien Städten Greifswald und Wismar sowie in den Gemeinden der Landkreise Demmin und Rügen an. Sonstige Parteien und Wählergruppen bewerben sich in 75,7 Prozent der Gemeinden (618). In 53,8 Prozent der Gemeinden (439) kandidieren Einzelbewerber.
Abweichend vom Landesdurchschnitt haben, wie nachfolgend aufgeführt, einzelne Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber in verschiedenen Landkreisen teilweise wesentlich größere bzw. kleinere Bewerberanteile (siehe Übersicht 1 der Anlage).
- Die Zahl der Gemeinden, in denen die CDU zu den Gemeindewahlen antritt, ist in den Landkreisen Nordvorpommern (87,5 Prozent) und Mecklenburg-Strelitz (77,8 Prozent) deutlich höher als im Landesdurchschnitt, dagegen in Parchim (51,3 Prozent), Ludwigslust (55,7 Prozent), Uecker-Randow (58,5 Prozent) und Ostvorpommern (59,3 Prozent) wesentlich niedriger.
- In allen Landkreisen bewerben sich jedoch CDU-Kandidaten in mehr Gemeinden als Kandidaten der Partei DIE LINKE oder der SPD.
- Weit über dem Landesdurchschnitt liegt die Zahl der Gemeinden mit Beteiligung der Partei DIE LINKE in den Landkreisen Mecklenburg-Strelitz (51,9 Prozent), Bad Doberan (50,8 Prozent), Rügen (47,6 Prozent) und Uecker-Randow (47,2 Prozent). Deutlich geringer dagegen ist die Zahl der Gemeinden mit Beteiligung der Partei DIE LINKE in Ostvorpommern (23,1 Prozent).
- Die Zahl der Gemeinden mit SPD-Bewerbern ist wesentlich höher als im Landesdurchschnitt in den Landkreisen Bad Doberan (49,2 Prozent), Nordwestmecklenburg (40,7 Prozent) und Güstrow (40,3 Prozent). Stark unter dem Landesdurchschnitt liegt die Zahl der Gemeinden mit SPD-Beteiligung in Ostvorpommern (19,8 Prozent).
- Wie bereits 2004 (47,6 Prozent) ist die Anzahl von Gemeinden, in denen die FDP antritt, im Landkreis Rügen mit 57,1 Prozent überdurchschnittlich groß.
- Die GRÜNEN haben in den Landkreisen Bad Doberan mit 11,9 Prozent, Rügen mit 7,1 Prozent sowie Müritz und Parchim mit jeweils 6,6 Prozent den größten Anteil von Gemeinden, in denen sich ihre Kandidaten um die Mandate bewerben.
- Sonstige Parteien und Wählergruppen treten in 91,9 Prozent aller Gemeinden des Landkreises Güstrow zur Wahl an. Mit ihrer Beteiligung in 65,2 Prozent aller Gemeinden im Landkreis Demmin ist ihr schlechtestes Beteiligungsergebnis noch immer beachtlich hoch.
- Mit Ausnahme der Landkreise Müritz und Rügen kandidieren in fast der Hälfte oder in mehr als der Hälfte aller Gemeinden Einzelbewerber für die Gemeindevertretungen.
Auf die Sonstigen Parteien und Wählergruppen zusammen entfallen die meisten Kandidaten (41,5 Prozent), gefolgt von der CDU mit 25,2 Prozent aller Bewerber. Die insgesamt wenigsten Bewerber (0,5 Prozent) kandidieren für die NPD und die GRÜNEN (1,2 Prozent). Zusammen stellen CDU, DIE LINKE, SPD, FDP und GRÜNE über die Hälfte (51,0 Prozent) aller Bewerber zur Wahl der Gemeindevertretungen (siehe Übersicht 2 der Anlage).
- In den Landkreisen Nordvorpommern (454), Ostvorpommern (419) und Demmin (388) kandidieren wie bereits 2004 die meisten und damit mehr als ein Drittel aller Bewerber für die CDU. Die SPD hat in den Landkreisen Ludwigslust (213) und Nordwestmecklenburg (189) ihre größte Anzahl an Bewerbern. Die Partei DIE LINKE stellt im Landkreis Mecklenburg-Strelitz (150) und die FDP wiederum im Landkreis Rügen (158) ihre meisten Bewerber.
- Die Anzahl der Kandidaten der Sonstigen Parteien und Wählergruppen ist in den Landkreisen Nordwestmecklenburg mit 872 und Ostvorpommern mit 792 Bewerbern besonders hoch. In den kreisfreien Städten sind jeweils die Zahl der Bewerber von CDU, DIE LINKE und SPD größer als die der Sonstigen Parteien und Wählergruppen. In der Stadt Neubrandenburg und der Hansestadt Wismar treten keine sonstigen Parteien und Wählergruppen an.
- In der Landeshauptstadt Schwerin stellt die CDU (56), gefolgt von der Partei DIE LINKE (40) die meisten Bewerber.
- Knapp 23 Prozent (254) aller Einzelbewerber treten in den Landkreisen Ludwigslust und Parchim an. Der Landkreis Ludwigslust hat dabei mit 134 absolut die meisten Einzelbewerber. In den kreisfreien Städten Greifswald und Neubrandenburg kandidieren dagegen mit jeweils 2 die wenigsten Einzelbewerber.
- Weit überdurchschnittlich ist der Anteil der Kandidaten der GRÜNEN in den Landkreisen Mecklenburg-Strelitz (27 Bewerber) und Müritz (28 Bewerber) sowie in der kreisfreien Stadt Rostock (25 Bewerber).
In insgesamt 749 amtsangehörigen Gemeinden waren am 7. Juni 2009 gleichzeitig Wahlen des ehrenamtlichen Bürgermeisters vorgesehen. Davon können jedoch in 40 dieser Gemeinden aufgrund fehlender Wahlvorschläge keine Bürgermeisterwahlen stattfinden (siehe Übersicht 3 der Anlage). In drei Gemeinden (in den Städten Neubukow und Neukloster sowie in Dummerstorf) wird ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt.




