Jeder fünfte Beschäftigte hat befristeten Arbeitsvertrag
Im Jahresdurchschnitt 2010 hatten in Mecklenburg-Vorpommern 144 400 Beschäftigte einen befristeten Arbeitsvertrag. Wie das Statistische Amt mitteilt, betraf Vertragsbefristung damit 20,5 Prozent aller abhängig Beschäftigten (Frauen: 20,3 Prozent; Männer: 20,7 Prozent). Der Anteil befristet Beschäftigter blieb seit 1995 (22,7 Prozent) nahezu konstant.
Im Jahresdurchschnitt 2010 gab es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 704 800 abhängig Erwerbstätige. Darunter hatten 558 900 (79,3 Prozent) einen unbefristeten und 144 400 (20,5 Prozent) einen befristeten Arbeitsvertrag.
Es gibt unterschiedliche Gründe für die Befristung von Arbeitsverträgen. So hatten aufgrund einer Ausbildung altersunabhängig insgesamt 43 900 Beschäftigte (30,4 Prozent aller befristet Beschäftigten) einen befristeten Arbeitsvertrag. 31 200 bzw. 21,6 Prozent der befristet Beschäftigten des Jahres 2010 gaben an, dass sie keine Daueranstellung finden konnten und 12 200 bzw. 8,4 Prozent hatten einen Probezeit-Arbeitsvertrag. Die restlichen 57 100 befristet Beschäftigten hatten sonstige Gründe für ihre Befristung benannt.
Nach dem Alter betrachtet stellen die 15- bis 24-Jährigen die größte Gruppe der befristet Beschäftigten. Insgesamt 58 200 15- bis 24-Jährige hatten einen befristeten Arbeitsvertrag: Das entsprach 40,3 Prozent aller befristet Beschäftigten (vgl. Anlage, Tabelle 1). Der hohe Anteil befristeter Beschäftigung resultiert in dieser Altersgruppe aus der Relevanz beruflicher Ausbildung. Bei 36 700 bzw. 63 Prozent der 15- bis 24-Jährigen handelte es sich um Befristungen aufgrund einer Ausbildung.
Befristung betraf 2010 aber auch höhere Altersgruppen. So waren 32 700 bzw. 22,6 Prozent aller befristet Beschäftigten 25 bis 34 Jahre alt. Innerhalb dieser Altersgruppe betraf befristete Beschäftigung jeden Vierten.
Die drittgrößte Gruppe der befristet Beschäftigten stellten 2010 die 45- bis 54-Jährigen. Insgesamt arbeiteten 24 100 dieser Altersgruppe mit befristetem Vertrag. In diesem Altersbereich betraf Befristung aber nur etwa jeden Neunten.
Interessant ist, dass sich der Anteil der Beschäftigten mit befristetem Arbeitsvertrag innerhalb der letzten 15 Jahre nicht wesentlich verändert hat (vgl. Anlage, Tabelle 2). Auch betrafen befristete Beschäftigungsverhältnisse Männer und Frauen vergleichbar häufig.
Nachrichtlich:
Die Arbeit mit befristetem Vertrag ist nur eine Form sogenannter atypischer Beschäftigung, zu der auch Teilzeit und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gezählt werden. Für die Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen liegt eine aktuelle Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zur Relevanz atypischer Beschäftigung nach Ländern vor. Danach waren in Mecklenburg-Vorpommern im Jahresdurchschnitt 2010 insgesamt 22,0 Prozent aller abhängig Beschäftigten zwischen 15 und 64 Jahren entweder befristet und/oder in Teilzeit bzw. geringfügig beschäftigt (Deutschland: 23,7 Prozent; früheres Bundesgebiet: 24,6 Prozent; neue Länder: 20,2 Prozent).
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Frauke Kusenack, Telefon 0385 588-56421.
