Statistisches Amt veröffentlicht erstmals umfangreiches Datenmaterial für die Rechtspflege

Nr.73/2010  | 21.07.2010  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Jährlich werden in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 17 000 und 18 000 Strafverfahren von den Amtsgerichten erledigt. Die Mehrzahl der Verfahren betreffen Eigentums- und Vermögensdelikte wie Diebstahl und Unterschlagung oder Betrug und Untreue. Straftaten im Straßenverkehr und vorsätzliche Körperverletzung bilden weitere Verfahrensschwerpunkte. Vor den Arbeitsgerichten werden jährlich zirka 8 000 Verfahren abgeschlossen. Die Arbeitsgerichte haben sich 2009 vorrangig mit Kündigungen und Zahlungsklagen befasst. In über der Hälfte der Fälle wurden die Verfahren durch einen Vergleich beendet. Die Zahl der erledigten Verfahren vor den Sozialgerichten ist in den zurückliegenden Jahren deutlich angestiegen. Hier konnten im Jahr 2009 fast 12 000 Verfahren abgeschlossen werden, rund 4 400 mehr als 2007. Am häufigsten wurden Klagen das SGB II (Hartz IV) betreffend behandelt, gefolgt von Streitigkeiten zur Rentenversicherung.

Diese und weitere Fakten zum Gerichtswesen, aber auch zur Strafverfolgung, zum Strafvollzug und zur Bewährungshilfe werden in dem neu erschienenen Statistischen Bericht "Ausgewählte Daten für die Rechtspflege in Mecklenburg-Vorpommern" in übersichtlichen Tabellen dargestellt. Mit der über 60-seitigen Veröffentlichung wird erstmals ein umfassender Überblick über die verfügbare amtliche Datenbasis zum Wirken der Justiz vermittelt. Zeitlich basiert die Gesamtschau auf Daten von Mitte der 1990er Jahre, dem Zeitpunkt der Einführung der Rechtspflegestatistiken in Mecklenburg-Vorpommern, bis 2009.

Der Statistische Bericht beinhaltet zusammenfassende Darstellungen über Organisation, Personal und Geschäftsabwicklung im Gerichtswesen. Hierbei werden die ordentliche Gerichtsbarkeit über Zivil-, Familien- und Strafsachen sowie die Fachgerichtsbarkeit über Arbeits-, Verwaltungs-, Finanz- und Sozialsachen dargestellt sowie die Komplexe Rehabilitierung und Bewährungshilfe behandelt. Des Weiteren erfolgt eine umfassende und tief gegliederte Darstellung der Themenbereiche Strafverfolgung und Strafvollzug in Mecklenburg-Vorpommern von 1995 bis 2009.

Der Statistische Bericht richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, an Studierende, aber auch an Experten aus Politik und Wissenschaft, die sich einen Überblick über Strukturen und aktuelle Entwicklungen in der Rechtspflege verschaffen wollen. Er will informieren und zudem durch eine solide Datenbasis dazu beitragen, Antworten auf aktuelle Fragestellungen rund um das Thema Rechtspflege in Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

Der Statistische Bericht "Ausgewählte Daten für die Rechtspflege in Mecklenburg-Vorpommern" steht kostenfrei im Internet unter www.statistik-mv.de, Themenkomplex "Soziales, Rechtspflege"/Veröffentlichungen/Statistische Berichte zur Verfügung. Das Druckexemplar kann schriftlich unter der Bestellnummer B673 2009 00 beim Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 120135, 19018 Schwerin oder per Telefax 0385 4801-4416 bzw. E-Mail statistik.vertrieb@statistik-mv.de zum Preis von 6,00 EUR zuzüglich Versandkosten bestellt werden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Gabriele Kleinpeter, Telefon 0385 4801-4718.