Armutsgefährdung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern 2008
Etwa jede(r) Vierte armutsgefährdet
Auf Grundlage der Ergebnisse des Mikrozensus 2008 wurden Armutsgefährdungsquoten für Bund und Länder berechnet. Gemäß Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der zum Vergleich herangezogenen Bevölkerung auskommen müssen. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes ist die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns im Ländervergleich am stärksten armutsgefährdet. Risikofaktoren sind vor allem Erwerbslosigkeit, Alleinerziehung und geringe Qualifikation.
Im Jahresdurchschnitt 2008 waren bundesweit 14,4 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Die Armutsgefährdungsquoten der Bundesländer gemessen am Bundesmedian ergaben 2008 ein nach wie vor deutliches Ost-West-Gefälle: Ein erhöhtes Armutsrisiko hatten in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) 19,5 Prozent der Bevölkerung. Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) waren mit 13,1 Prozent deutlich weniger Menschen gefährdet zu verarmen.
Mecklenburg-Vorpommern weist (gemessen am Bundesmedian) die höchste Armutsgefährdungsquote aller Bundesländer auf: 2008 war hier fast jede(r) Vierte (24,0 Prozent) armutsgefährdet. Zum Vergleich: In den Ländern Baden-Württemberg (10,2 Prozent) und Bayern (10,8 Prozent) betraf Armutsgefährdung nur etwa jede(n) Zehnten.
Gemessen am Einkommen der eigenen Bevölkerung war 2008 in Mecklenburg-Vorpommern noch jede(r) Siebente (14,4 Prozent) armutsgefährdet, hatte also weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens der mecklenburg-vorpommerischen Bevölkerung zur Verfügung.
Die Betrachtung der Armutsgefährdungsquoten nach ausgewählten soziodemografischen Merkmalen identifiziert die wesentlichsten Risiken der Armutsgefährdung: Erwerbslosigkeit, Alleinerziehung und geringe Qualifikation.
Gemessen am Bundesmedian galten 2008 67,2 Prozent der Erwerbslosen Mecklenburg-Vorpommerns als armutsgefährdet (gemessen am Landesmedian: 48,8 Prozent). Ursächlich dürften hier das im Ländervergleich geringe Lohn- und Gehaltsniveau (Basis der ALG I-Berechnung) sowie der hohe Anteil an Hartz IV-Empfängern sein.
Alleinerziehung ist häufig mit eingeschränkten Erwerbsmöglichkeiten verbunden. Es überrascht daher nicht, dass Alleinerziehende unseres Landes zu 62,7 Prozent (gemessen am Bundesmedian) als armutsgefährdet eingestuft werden (gemessen am Landesmedian: 40,4 Prozent).
Eine weitere Risikogruppe für Armutsgefährdung bilden Geringqualifizierte. Gemessen am Bundesmedian waren 37,1 Prozent der über 25-jährigen gering qualifizierten Personen armutsgefährdet. Für Hochqualifizierte betrug diese Armutsgefährdungsquote lediglich 9,1 Prozent.
Armutsgefährdungsquoten der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns nach ausgewählten Merkmalen stellt die folgende Tabelle 1 dar. Eine Übersicht über die Armutsgefährdungsquoten nach Bundesländern bietet Tabelle 2.
Ein umfangreiches Datenangebot der amtlichen Statistik zu Sozial- und Armutsindikatoren in Deutschland ist im Statistikportal, dem gemeinsamen Internetauftritt der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de abrufbar.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Frauke Kusenack, Telefon 0385 4801-4452.
