Berufliche Schulen 2008/09

Demografisch bedingter Einbruch der Schülerzahlen um 8 Prozent

Nr.16/2009  | 17.03.2009  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

An den 67 beruflichen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns absolvieren im laufenden Schuljahr 2008/09 insgesamt 58 140 Schülerinnen und Schüler eine berufliche Ausbildung. Das sind nach Angaben des Statistischen Amtes rund 5 200 Jugendliche oder 8 Prozent weniger als im Vorjahr.  Damit fiel die Zahl der Schüler, die sich derzeit in einer beruflichen Ausbildung befinden, demografisch bedingt auf das niedrigste Niveau seit 15 Jahren.

Der Einbruch der Schülerzahlen an den beruflichen Schulen des Landes ist vor allem auf die Halbierung der Geburtenzahlen nach der Wende zurückzuführen. Im Sommer 2008 verließ bereits zum zweiten Mal ein geburtenschwacher Jahrgang die allgemein bildenden Schulen, sodass abermals auch deutlich weniger Bewerber dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung standen. Allein die Zahl der Jugendlichen, die mit mittlerer Reife bzw. Berufsreife die Schule beendeten, war 2008 um 36 Prozent (- 4 153 Schüler) niedriger als 2007. Andererseits verließ durch die Abschaffung der 13. Jahrgangsstufe infolge der (Wieder-) Einführung des Abiturs nach zwölf Schuljahren ein doppelter Abiturjahrgang die allgemein bildenden Schulen. Das waren gut 4 700 Abiturienten oder 76 Prozent mehr als im Schuljahr 2007. So ist auch die Zahl der Jugendlichen, die mit Abitur oder Fachhochschulreife zurzeit eine Ausbildung an einer beruflichen Schule durchlaufen, um 14 Prozent (+ 974 Schüler) höher als im vorangegangenen Schuljahr. Insofern konnten die beruflichen Schulen vom doppelten Abiturjahrgang profitieren, sodass der Einbruch der Schülerzahlen etwas abgemildert werden konnte. Dennoch sind bei allen Schularten, mit Ausnahme der Fachschulen, deutlich rückläufige Schülerzahlen zu verzeichnen.
An den Berufsschulen, an denen die Auszubildenden den theoretischen Teil ihrer dualen Ausbildung durchlaufen, lernen zurzeit 38 791 Jugendliche, rund 2 900 Schüler weniger als im Schuljahr zuvor. Der Rückgang von 7 Prozent ist der bisher stärkste, obwohl sich die Zahl der Berufsschüler hierzulande bereits das elfte Jahr in Folge verringert hat. Auch an den Berufsfachschulen ist die Schülerzahl erneut gefallen, und zwar um 12 Prozent auf 9 296 Jugendliche. An den Fachgymnasien und Fachoberschulen, die zum Abitur bzw. zur Fachhochschulreife führen, entwickelte sich die Schülerzahl ebenfalls deutlich rückläufig. So lernen an den Fachgymnasien insgesamt nur noch 3 262 Schüler (- 13 Prozent), die Fachoberschulen besuchen 687 Jugendliche (- 10 Prozent). Die Zahl der Jugendlichen, die an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnehmen, verringerte sich im aktuellen Schuljahr um 13 Prozent und sank auf 3 669 Schüler. Hingegen ist der Zulauf an den Fachschulen, die in erster Linie der beruflichen Weiterbildung dienen, so hoch wie im Vorjahr. Zurzeit qualifizieren sich dort 2 435 Schüler.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Gabriele Kleinpeter, Telefon 0385 4801-4718.