Erneuerbare Energieträger sind mit einem Anteil von 32 Prozent zweitwichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung im Land

Nr.67/2007  | 14.08.2007  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Der steile Wachstumskurs beim Einsatz von erneuerbaren Energieträgern im öffentlichen Stromsektor Mecklenburg-Vorpommerns ist ungebrochen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes wurden hierzulande im Jahr 2006 insgesamt 2,3 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen und in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist, das sind 4,4 Prozent mehr als 2005. Diese Menge würde ausreichen, um etwa 35 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern abzudecken.

47 Prozent der insgesamt 7,2 Millionen Megawattstunden Strom, die 2006 für die allgemeine Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern erzeugt wurden, sind aus Steinkohle gewonnen worden. Erneuerbare Energieträger, hauptsächlich Windkraft, waren mit einem Anteil von 32 Prozent die zweitwichtigste Energiequelle für die öffentliche Stromversorgung - noch vor Erdgas, dessen Versorgungsbeitrag im Jahr 2006 bei 19 Prozent lag. Die übrigen 2 Prozent basierten auf Abfällen, Heizöl und auf Einspeisungen von Industriebetrieben und sonstigen Anlagen, deren Energieträgerstruktur nicht bekannt ist.

Das Wachstum der Ökostromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2006 ist vor allem auf die Inbetriebnahme neuer Biogasanlagen zurückzuführen. Biogas trug mit 11 Prozent bzw. 253 600 Megawattstunden zur einheimischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei. Die Versorgungsleistung ist hier gegenüber 2005 um 126 Prozent angestiegen, damit rangiert Biogas inzwischen an dritter Stelle bei der regenerativen Stromerzeugung.

An zweiter Stelle steht nach wie vor Biomasse - hauptsächlich Holz und Holzabfälle - als erneuerbarer Energieträger mit einem Anteil von 12 Prozent an der regenerativen Stromerzeugung im Land (276 200 Megawattstunden). Die Versorgungsleistung von Biomasse konnte 2006 gegenüber 2005 um 10 Prozent weiter ausgebaut werden.

Ökostrom-Quelle Nr.1 ist weiterhin die Windkraft. Obwohl das Jahr 2006 kein optimales Windjahr war und die Winderträge gegenüber 2005 um 4 Prozent auf 1,7 Millionen Megawattstunden zurückgingen, hatte sie mit 74 Prozent den größten Anteil an der regenerativen Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere zum Jahresende 2006 gingen viele neue leistungsfähige Anlagen in Betrieb, sodass ein Anstieg der Erträge für 2007 zu erwarten ist.

Deponie- und Klärgas, Fotovoltaik, Wasserkraft und Geothermie waren in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil von zusammen 3,5 Prozent bzw. 80 500 Megawattstunden auch im vergangenen Jahr noch von vergleichsweise geringer Bedeutung für die öffentliche Stromversorgung. Darunter hat aber besonders die Erzeugung von Solarstrom weiter stark zugelegt. 2006 wurden 13 800 Megawattstunden Strom von Fotovoltaikanlagen ins öffentliche Versorgungsnetz eingespeist, das war die bisher größte Menge und 5 900 Megawattstunden (75 Prozent) mehr als 2005.

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