Zensus

Die Europäische Union hat ab dem Jahr 2011 für alle Mitgliedsstaaten eine Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung in zehnjährigem Abstand vorgeschrieben.

Deutschland hat sich für die Durchführung eines registergestützten Zensus entschieden. Eine Vielzahl an Daten in Registern der Verwaltungen (z. B. der Meldeämter) kann entsprechend gesetzlicher Vorgaben für den Zensus als Datenquelle genutzt werden. Ergänzend werden in bestimmten Bereichen Stichprobenerhebungen oder Vollerhebungen durchgeführt, um die Qualität der aus den Registern gewonnenen Daten zu verbessern und um weitere Informationen zu erhalten, die nicht aus Registern gewonnen werden können (z. B. zur Bildung, zum Beruf, zur Wohnsituation). Auch für Gebäude und Wohnungen liegen flächendeckend in Deutschland keine Angaben in Verwaltungsregistern vor.

Beim Zensus werden Angaben zur Bevölkerung sowie deren Wohn- und Erwerbssituation erhoben. Das Ziel des Zensus ist dabei zum einen die Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl für ganz Deutschland, die einzelnen Länder und die Gemeinden. Zum anderen wird das Ziel verfolgt, verlässliche Zahlen zur Bevölkerung und deren Arbeits- und Wohnverhältnissen zu gewinnen. Dies ist deshalb so wichtig, weil diese Daten eine wesentliche Grundlage für eine Vielzahl von politischen und wirtschaftlichen Planungen und Entscheidungen sind. So haben sich ändernde Einwohnerzahlen z. B. unmittelbar Auswirkungen beim Länder- oder kommunalen Finanzausgleich, bei der Berechnung der Stimmen der Länder im Bundesrat sowie bei der Einteilung von Wahlkreisen. Darüber hinaus werden die Zensusdaten bei der Planung von Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern sowie bei wohnungspolitischen Entscheidungen genutzt. Die gewonnenen Eckdaten stellen außerdem eine Vielzahl von Statistiken, wie zum Beispiel die Bevölkerungsfortschreibung oder den Mikrozensus, auf eine neue Datengrundlage.