Ernteeinschätzung 2020 aus dem Statistischen Amt

Bei den meisten Kulturen fast durchschnittliche Ernte zu erwarten

Nr.18/2020  | 24.08.2020  | StatA MV  | LAiV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Die Ernteeinschätzungen der Landwirte, die dem Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern berichten, liegen jetzt vor. Demnach muss bei den meisten Druschfrüchten von einer fast durchschnittlichen Ernte ausgegangen werden. Nachtfröste im April und Mai sowie Trockenheit ‑ die sich regional sehr unterschiedlich ausgewirkt haben ‑ beeinflussten den Wachstumsverlauf, der ansonsten unter guten Bedingungen ablaufenden Ernte.

Auch in diesem Jahr werden die Erträge nur in etwa dem Sechs-Jahres-Durchschnitt entsprechen. 

Der Ertrag von Winterweizen ist in diesem Jahr 76,0 Dezitonnen pro Hektar und erreicht fast den Sechs-Jahres-Durchschnitt (2014 - 2019), der bei 76,8 Dezitonnen pro Hektar liegt. Die Anbaufläche hat im Vergleich zu 2019 um 9 Prozent abgenommen und liegt jetzt bei gut 304 000 Hektar. 

Wintergerste, die auf zirka 135 000 Hektar angebaut wird, bringt nach der ersten Schätzung im Landesdurchschnitt 74,6 Dezitonnen pro Hektar. Der Sechs-Jahres-Durchschnitt liegt bei 73,3 Dezitonnen pro Hektar. Auch hier ist eine Verringerung in der Anbaufläche von 5 Prozent sichtbar. 

Bei Roggen liegt der erste geschätzte Ertrag bei 53,0 Dezitonnen pro Hektar, das heißt gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt von 54,7 Dezitonnen pro Hektar ist auch hier eine leichte Verschlechterung des Ertragsergebnisses gegeben. Roggen wird auf fast 70 000 Hektar angebaut und ist damit die drittstärkste Getreidefrucht in Mecklenburg-Vorpommern. Festzustellen ist, dass sich die Anbaufläche um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht hat. 

Das vorläufige Ergebnis 2020 bei Sommergerste liegt bei 50,8 Dezitonnen pro Hektar. Gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt von 41,7 Dezitonnen pro Hektar  ist hier ein Ertragszuwachs von 18 Prozent zu verzeichnen. 

Der Ertrag bei Triticale erfüllt mit 51,0 Dezitonnen pro Hektar die Durchschnittserwartungen. 

Bei Hafer ist der Ertrag 2020, gemessen am Sechs-Jahres-Durchschnitt von 38,9 Dezitonnen pro Hektar, überdurchschnittlich. Bei dieser Feldfrucht werden voraussichtlich 41,0 Dezitonnen pro Hektar geerntet werden können. 

Winterraps wird nach der Ernteeinschätzung 2020 einen Ertrag von 37,8 Dezitonnen pro Hektar erzielen und somit auch einen überdurchschnittlichen Wert erreichen. Hier liegt der Sechs-Jahres-Durch­schnitt bei 34,7 Prozent. Die Anbaufläche beläuft sich in diesem Jahr auf 178 000 Hektar. In den Jahren 2014 bis 2019 lag die Fläche noch bei durchschnittlich 215 300 Hektar und im letzten Jahr bei 167 700 Hektar. Das bedeutet, die Anbaufläche hat zwar um 6,2 Prozent zugenommen, jedoch erreicht sie nur noch 83 Prozent des vorgenannten langjährigen Wertes. Der Rückgang der Anbaufläche ist durch geänderte Pflanzenschutzbestimmungen begründet. 

Die Getreideernte insgesamt könnte nach den Berechnungen des Statistischen Amtes in diesem Jahr bei 3,87 Millionen Tonnen liegen.

Weitere Auskünfte gibt Herr Thomas Hilgemann, Telefon: 0385 588-56043