Sanddorn und Schwarze Johannisbeeren: Wichtigstes Strauchobst in Mecklenburg-Vorpommern

Nr.20/2017  | 26.06.2017  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Der Anbau von Strauchbeeren im Freiland belief sich 2016 landesweit auf 443 Hektar. Nach Angaben des Statistischen Amtes war er damit wiederholt rückläufig und entsprach nur noch 73 Prozent der Ausdehnung im Jahr 2012, dem Beginn der Erfassung durch die amtliche Agrarstatistik.  

Den größten Anteil hatten bis einschließlich 2014 (309 Hektar bzw. 52 Prozent des Strauchobstes) Schwarze Johannisbeeren. Vor allem zur Ernte 2015 wurde dieses Beerenobst aus betriebswirtschaftlichen Gründen großflächig gerodet. Die Fläche schrumpfte von 309 auf 170 Hektar, blieb aber 2016 stabil. Aus dem Anbau in Mecklenburg-Vorpommern werden Schwarze Johannisbeeren fast ausschließlich der Verwertung, nicht dem Frischverkauf, zugeführt. 

Sanddorn etablierte sich im vergangenen Jahr auf 194 Hektar, von denen 55 Hektar abgeerntet wurden. Die Nutzung, gleichfalls über die Verarbeitung, ist bekanntermaßen vielfältig. 

Somit nehmen allein Sanddorn und Schwarze Johannisbeeren zusammen 82 Prozent der Strauchbeerenfläche im Land ein. Weitere Strauchbeerenarten sind weniger verbreitet. Nachgewiesen wurden 2016 von ihnen u. a. 31 Hektar Kulturheidelbeeren, 8 Hektar Himbeeren und 33 Hektar Schwarzer Holunder, von dem sowohl Blüten als auch Beeren genutzt werden. Andere Strauchbeeren, wie Rote und Weiße Johannisbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren, haben im gewerbsmäßigen heimischen Gartenbau nur sehr geringe Bedeutung. Auch Aroniabeeren, die über gesundheitsfördernde Eigenschaften verfügen sollen, wurden 2016 auf lediglich knapp 2 Hektar erzeugt. 

In Gewächshäusern bzw. unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen werden in Mecklenburg-Vorpommern keine Strauchbeeren angebaut, was in anderen Ländern innerhalb Deutschlands durchaus in geringem Umfang üblich ist. 

Weitgehend stabil ist die ökologische Erzeugung von Strauchbeeren, die 2016 einen Umfang von 244 Hektar bzw. einen Anteil von 55 Prozent am Gesamtanbau hatte. 

Die Erntemenge aller Strauchbeerenarten zusammen betrug im vergangenen Jahr 1 345 Tonnen und hatte damit an der gesamten Obsterzeugung von 53 760 Tonnen einen Anteil von 2,5 Prozent.      

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Dieter Gabka, Telefon 0385 588-56044.