Für den Verbraucher ruhiges Preisjahr neigt sich dem Ende

Nr.45/2016  | 20.12.2016  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Das zurückliegende Jahr 2016 war in Mecklenburg-Vorpommern kaum durch Auffälligkeiten bei den Verbraucherpreisen gekennzeichnet. Wie schon 2015 blieb auch 2016 der Gesamtindex des Warenkorbes als Indiz der Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahr in den einzelnen Monaten ‑ Ergebnisse für Dezember 2016 liegen noch nicht vor ‑ teils deutlich unter 1,0 Prozent. Durchschnittlich lag die Teuerungsrate im Jahr 2016 ‑ ohne Dezember ‑ gegenüber 2015 bei 0,7 Prozent. Wie es aus dem Statistischen Amt dazu heißt, erhöhte sich damit der Gesamtindex zum Basisjahr 2010 (= 100) auf lediglich 107,9 Prozent; 2015 lag er demzufolge bei 107,2 Prozent.  

Die höchste Inflationsrate mit jeweils 1,0 Prozent, weit entfernt vom finanzpolitisch bedeutsamen Schwellenwert von 2,0 Prozent, wurde in den Monaten Oktober und November festgestellt. Die niedrigste Rate zum gleichen Vorjahresmonat war im Februar mit 0,4 Prozent zu verzeichnen. Seitdem stiegen die Teuerungsraten zum Jahresende hin in der Tendenz langsam an. 

Bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken gestaltete sich die Preisentwicklung im Jahresverlauf nicht einheitlich; so lag sie in sieben Monaten unter der durchschnittlichen Inflationsrate, in drei Monaten darüber. Von den Nahrungsmitteln hatten Fische und Fischwaren fast durchgängig relativ hohe Teuerungsraten aufzuweisen. Fleisch und Fleischwaren blieben in der Preisgestaltung verbraucherfreundlich; hier schlugen die niedrigen Erzeugerpreise moderat bis zum Einzelhandel durch. Wesentlich stärker spürbar, zuerst für die Landwirtschaftsbetriebe, in der Folge für den Verbraucher, war der Preisverfall bei Milch. Noch im Jahresdurchschnitt 2014 lag die Teuerungsrate für Molkereiprodukte und Eier einschließlich der Milch mit 5,1 Prozent um ein Mehrfaches höher als die Gesamtrate mit 0,8 Prozent. Schon 2015 wurden diese Produkte immer billiger (Jahresdurchschnitt: minus 4,0 Prozent, Gesamtindex 0,4 Prozent), um im Juni 2016 mit minus 8,4 Prozent zum Vorjahr den bisherigen Tiefpunkt zu erreichen. Erst im vierten Quartal sind Veränderungen mit höheren Preisen für die Milchkuhhalter wahrzunehmen, die sich auch auf den Einzelhandel auswirken. Bei Obst und Gemüse war das saisonal bereinigte preisliche Auf und Ab, wie eigentlich zumeist, auf gute und schlechte Ernten in Deutschland und wichtigen Einfuhrländern zurückzuführen. Von nur wenigen Ausnahmen abgesehen, lagen die spezifischen Teuerungsraten teils beträchtlich über der durchschnittlichen Inflation. 

Dauerthema für den Verbraucher blieb auch im Jahr 2016 die Energie. Der Durchschnittswert von minus 7,7 Prozent für das Jahr 2015 setzte sich zwar in der Tendenz bis Mitte 2016 fort; seitdem jedoch steigen die Energiekosten und nähern sich allmählich der durchschnittlichen Teuerung, ohne sie jedoch schon erreicht zu haben. Energie wirkt also nicht mehr als Inflationsbremse. So lagen im November die Aufwendungen der Verbraucher für Haushaltsenergie und Kraftstoffe zusammen nur noch um 0,9 Prozent unter denen im Vorjahr; in den ersten Monaten des Jahres waren es teils deutlich mehr als 8 Prozent. Von dieser Entwicklung sind fast alle Energieträger betroffen. Für die Kraftfahrer war eine Tankfüllung im November so billig oder teuer wie vor einem Jahr, aber immer noch um 7 Prozent günstiger als 2010. Heizöl, das im ersten Halbjahr mitunter um fast ein Drittel billiger war als zwölf Monate zuvor, blieb auch im vierten Quartal in einer negativen Preisentwicklung, wenn jedoch weitaus weniger deutlich (Oktober: ‑ 1,2 Prozent, November: ‑ 4,7 Prozent, jeweils zum Vorjahr). Dennoch lag der Durchschnittspreis für diesen Energieträger im November nur bei 80 Prozent des Preisniveaus von 2010. 

Weitere Hauptgruppen des Warenkorbes, wie Bekleidung und Schuhe, unterlagen 2016 den üblichen Preisschwankungen im Kalenderjahr. Veränderte Rahmenbedingungen, die sich auch auf die Preisgestaltung auswirken, blieben im Jahr 2016 weitgehend aus. Das betraf in den Jahren davor beispielsweise die Einführung von Mindestlöhnen, die sich in einzelnen Branchen in den Verbraucherpreisen niederschlugen, wie die Aufwendungen für Taxifahrten, Friseurleistungen, aber auch Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen. 

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Dieter Gabka, Telefon 0385 588-56043.