Regional deutliche Einkommensunterschiede im Land

Nr.37/2016  | 22.09.2016  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern verfügte 2014 durchschnittlich jeder Einwohner über 17 486 EUR Einkommen, im deutschen Durchschnitt waren es dagegen 21 117 EUR. Regional betrachtet, bestanden dabei große Einkommensunterschiede im Land. So hatten die Einwohner der kreisfreien Stadt Rostock nur durchschnittlich 16 423 EUR, die Einwohner des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit 18 590 EUR dagegen deutlich mehr Einkommen für Konsum und Sparen zur Verfügung. Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten verfügbaren Einkommen der Kreise des Landes betrug damit 2 167 EUR je Einwohner.

Die Einwohner des Landkreises Ludwigslust-Parchim hatten im Jahr 2014 mit 18 590 EUR das höchste verfügbare Einkommen Mecklenburg-Vorpommerns. Es lag um 6,3 Prozent über dem Durchschnittsniveau des Landes und erreichte 88,0 Prozent vom gesamtdeutschen Durchschnitt (MV: 82,8 Prozent). Über das zweithöchste Einkommen im Land verfügten die Einwohner des Landkreises Rostock mit 18 309 EUR, das waren 4,7 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt und 86,7 Prozent vom Bundesdurchschnitt. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald (78,7 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Rostock (77,8 Prozent) lag das verfügbare Einkommen je Einwohner dagegen unter 80 Prozent des Bundesdurchschnitts.

Von den kreisfreien Städten hatte die Landeshauptstadt Schwerin das höchste verfügbare Einkommen mit 17 502 EUR je Einwohner (100,1 Prozent vom Landes- und 82,9 Prozent vom Bundesdurchschnitt). In Rostock betrug es 16 423 EUR je Einwohner (93,9 Prozent vom Landes- und 77,8 Prozent vom Bundesdurchschnitt). Die Einwohner der Landkreise verfügten 2014 somit im Durchschnitt über ein höheres Einkommen je Einwohner (17 651 EUR) als diejenigen der kreisfreien Städte (16 758 EUR).

Das verfügbare Einkommen je Einwohner ist eine Nettoeinkommensgröße, die einerseits sowohl Einkommen aus unselbstständiger Arbeit, als auch Einkünfte aus freiberuflicher bzw. unternehmerischer Tätigkeit sowie Vermögenseinkünfte beinhaltet, andererseits aber auch bezogene Sozialtransfers (Arbeitslosengeld, Kindergeld u. Ä.) mit einbezieht. Das verfügbare Einkommen je Einwohner zeigt somit, wie viel an Geld durchschnittlich jedem Einwohner der betrachteten Region für den Konsum und zum Sparen in einem Jahr zur Verfügung steht.

Der Anteil der empfangenen Sozialleistungen (dazu gehören z. B. Einkünfte aus der Altersvorsorge bzw. Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, Wohn- und Kindergeld) am verfügbaren Einkommen der Privaten Haushalte betrug 2014 im Landesdurchschnitt 39,4 Prozent (Bundesdurchschnitt: 29,6 Prozent). Im Durchschnitt der kreisfreien Städte (42,4 Prozent) war der Anteil der empfangenen Sozialleistungen aber deutlich höher als im Durchschnitt der Landkreise (38,8 Prozent). Den höchsten Anteil der empfangenen Sozialleistungen am verfügbaren Einkommen wies 2014 die Landeshauptstadt Schwerin mit 42,7 Prozent aus, den niedrigsten dagegen der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 34,8 Prozent.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Margit Herrmann, Telefon 0385 588-56041.