Armutsgefährdung in Mecklenburg-Vorpommern im 10-Jahres-Vergleich gesunken

Nr.36/2016  | 22.09.2016  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Nach Mitteilung des Statistischen Amtes waren die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns 2015, gemessen am Bundesmedian, zu 21,7 Prozent von Armut bedroht oder betroffen. Die Armutsgefährdungsquote sank gegenüber 2005 um 2,4 Prozentpunkte. 

In Mecklenburg-Vorpommern sind, gemessen am Bundesmedian, 21,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht oder betroffen. Diese Erwachsenen und Kinder haben also weniger als 60 Prozent des jeweiligen Einkommens der bundesweit zum Vergleich herangezogenen Bevölkerung zur Verfügung.

Mecklenburg-Vorpommern hatte von 2005 bis 2010 eine bedenkliche „Spitzenposition“ im Ländervergleich der Armutsrisikoquoten inne. 2011 bis 2014 wies die Bevölkerung unseres Landes jeweils das zweithöchste Armutsrisiko nach Bremen auf. 2015 verbesserte sich Mecklenburg-Vorpommern mit 21,7 Prozent armutsgefährdeter Bevölkerung nunmehr auf Rang 3 hinter Bremen (24,8 Prozent) und Berlin (22,4 Prozent).
Zum Vergleich: In den Ländern Baden-Württemberg und Bayern betraf Armutsgefährdung gemessen am Bundesmedian lediglich 11,8 bzw. 11,6 Prozent der Einwohner.

Wird die Armutsgefährdung am deutlich geringeren mittleren Einkommen der eigenen Landesbevölkerung (Landesmedian) gemessen, erreichen die Armutsrisikowerte für Mecklenburg-Vorpommern ein entsprechend niedrigeres Niveau. Gemessen am eigenen Landesmedian waren 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 13,6 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet (2014: 12,0 Prozent).

Das Risiko durch Armut gefährdet oder betroffen zu sein, bestand 2015 in Mecklenburg-Vorpommern, gemessen am Durchschnittseinkommen der eigenen Landesbevölkerung, vor allem für Erwerbslose (58,4 Prozent), Alleinerziehende (35,8 Prozent), Paare mit 3 oder mehr Kindern (30,2 Prozent) sowie für Geringqualifizierte (33,0 Prozent). Gemessen am Bundesmedian fallen die Armutsrisikoquoten entsprechend höher aus (vergleiche Anlage).

Ein umfangreiches Datenangebot der amtlichen Statistik zu Sozial- und Armutsindikatoren in Deutschland mit zum Teil tiefer regionaler Gliederung sowie detaillierte methodische Erläuterungen zu den Datenquellen und den angewandten Berechnungsverfahren ist im Internetportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de abrufbar.

Hinweis:
Als armutsgefährdet gelten gemäß Definition der Europäischen Union Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der zum Vergleich herangezogenen Bevölkerung auskommen müssen. Es kommt somit wesentlich auf das Maß, das durchschnittliche Einkommen der Vergleichsbevölkerung, an: So lag 2015 zum Beispiel die Armutsrisikoschwelle für einen Einpersonenhaushalt in Mecklenburg-Vorpommern bei 799 EUR (D: 942 EUR), für Haushalte mit zwei Erwachsenen bei 1 199 EUR (D: 1 413 EUR), für Haushalte mit zwei Erwachsenen und einem Kind im Alter von unter 14 Jahren bei 1438 EUR (D: 1 696 EUR) und für Alleinerziehende mit einem Kind bei 1039 EUR (D: 1 225 EUR).

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an    Frau Frauke Kusenack, Telefon 0385 588-56421 oder Frau Gabriele Kleinpeter, Telefon 0385 588-46422.