Ökostromproduktion stieg im Jahr 2015 um 26 Prozent

70 Prozent der Stromerzeugung im Land kamen aus erneuerbaren Energien

Nr.35/2016  | 12.09.2016  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Am stärksten hat die Strombereitstellung aus Windkraft zugenommen (+ 39 Prozent). Aber auch die Erzeugung aus Biogas (+ 9 Prozent) und Solarenergie (+ 12 Prozent) ist weiter angestiegen. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, haben im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben 1 804 Windturbinen, 14 780 Fotovoltaik-Anlagen und 545 Biogasanlagen elektrischen Strom ins Netz eingespeist.

Im Jahr 2015 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 13 926 Gigawattstunden elektrischer Strom erzeugt, darunter 9 776 Gigawattstunden (70 Prozent) auf Basis von erneuerbaren Energieträ­gern.

Die Windenergie macht fast zwei Drittel der Ökostromproduktion aus. Im vergangenen Jahr sind weitere leistungsstarke Windturbinen ans Netz gegangen, darunter der zweite Offshore-Windpark von EnBW Baltic 2, der im September 2015 in Betrieb genommen wurde. Insgesamt haben im Jahr 2015 1 804 Windenergie-Anlagen zusammen 6 109 Gigawattstunden Strom produziert. Das waren 1 709 Gigawattstunden oder 39 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Mit einem Anteil von 44 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung rangierte die Windenergie an erster Stelle im Energieträgermix. Steinkohle belegt mit einem Anteil von nur noch 22 Prozent Platz 2. Die Verpflichtung der Netzbetreiber, Strom aus erneuerbaren Energiequellen vorrangig abzunehmen, hat dazu beigetragen, dass die Stromproduktion aus Steinkohle im Jahr 2015 um 10 Prozent gesunken ist.

In Biogasanlagen wurden im Jahr 2015 2 063 Gigawattstunden Strom produziert und ins Netz einge­speist, 166 Gigawattstunden oder 9 Prozent mehr als im Jahr 2014. Ihr Beitrag zur gesamten Stromerzeugung belief sich wie im Vorjahr auf 15 Prozent. Insgesamt waren im Land 545 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 303 Megawatt am Netz.
Alle biogenen Energiequellen zusammengenommen (Biogas, Deponie- und Klärgas sowie feste und flüssige biogene Brennstoffe einschließlich Abfälle) leisteten einen Beitrag von 2 442 Gigawattstunden Strom. Das entspricht 18 Prozent der Bruttostromerzeugung und damit Platz 3 im Energieträgermix.

Die Produktion von Solarstrom ist 2015 um weitere 134 Gigawattstunden bzw. um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Aus Sonnenenergie wurden insgesamt 1 217 Gigawattstunden Strom erzeugt, was immerhin 9 Prozent der gesamten Stromerzeugung im Land entspricht und Rang 4 im Energieträgermix bedeutet. Der Zuwachs an einspeisenden Fotovoltaik-Anlagen hat sich seit 2013 deutlich abgeschwächt. Gleichzeitig sind aber leistungsstärkere Anlagen installiert worden. Im Jahr 2015 waren 14 780 Fotovoltaik-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 1 365 Megawatt am Netz.

Die Bedeutung von Erdgas für die Stromerzeugung im Land war in den vergangenen Jahren permanent gesunken. Im Jahr 2015 wurden mit 1 010 Gigawattstunden etwa so viel Strom aus Erdgas wie im Vorjahr produziert. Der Erdgas-Anteil an der gesamten Stromerzeugung belief sich 2015 auf nur noch 7 Prozent.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat wesentlich dazu beigetragen, dass in Mecklenburg-Vorpommern seit 2004 zunehmend mehr elektrischer Strom erzeugt als verbraucht wird (Exportüber­schuss). Die Bruttostromerzeugung im Land hat sich bis 2015 auf 14 Terawattstunden verdoppelt. Das entspricht zwar nur gut 2 Prozent der gesamten Stromproduktion in Deutschland, aber die in Mecklenburg-Vorpommern erzeugte Strommenge ist damit doppelt so hoch wie der Stromverbrauch im Land.

Die Ökostromproduktion mit einem Anteil von 70 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung übersteigt den Strombedarf im Land um mehr als 40 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung, den Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2050 zu mindestens 80 Prozent mit Ökostrom zu decken, ist somit in Mecklenburg-Vorpommern bereits erreicht. Im Bundesdurchschnitt wurden im Jahr 2015 nach vorläufigen Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. 32 Prozent des Bruttostromverbrauchs mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Birgit Weiß, Telefon 0385 588-56431.

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