Realsteuereinnahmen stiegen 2015 das sechste Jahr in Folge

Nr.34/2016  | 09.09.2016  | StatA MV  | Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, erhöhten sich die Einnahmen der Gemeinden aus den Realsteuern (Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer) das sechste Jahr in Folge und lagen 2015 bei 583 Millionen EUR.

Seit 2010 stiegen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) gegenüber dem jeweiligen Vorjahr stetig an. Mit 400,6 Millionen EUR erzielten die Städte und Gemeinden im Jahr 2015 sogar um 8,9 Prozent höhere Einnahmen als im Vorjahr (367,8 Millionen EUR; + 1,0 Prozent). Der durchschnittlich gewogene Hebesatz betrug 365 Prozent und stieg um 3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. 220 der 755 Kommunen erhöhten im Jahr 2015 ihren Gewerbesteuerhebesatz, um ihre angespannte Haushaltslage zu verbessern. Im Vorjahr entschlossen sich bereits 139 Kommunen zu diesem Schritt. Während mit 465 Prozent erneut die Hansestadt Rostock den höchsten Hebesatz in Mecklenburg-Vorpommern auswies, hielten noch acht Gemeinden am geringstmöglichen Satz von 200 Prozent fest (2014: 10).

Die Einnahmen der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Betriebe) stiegen um 3,0 Prozent auf 15,6 Millionen EUR (2014: 15,2 Millionen EUR). 243 Gemeinden erhöhten ihren Hebesatz, sodass der durchschnittlich gewogene Hebesatz zum Vorjahr um 12 Prozentpunkte auf 294 Prozent anstieg. Spitzenreiter waren dabei die Gemeinden Pritzier und Warlitz aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie Bad Sülze, Landkreis Vorpommern-Rügen, mit 900 Prozent. Im Jahr 2014 hatten bereits 132 Gemeinden eine Hebesatzerhöhung beschlossen. Dagegen verblieben im Jahr 2015 noch 32 Gemeinden beim Hebesatz von nur 200 Prozent (2014: 45).

Nach einem Anstieg von 1,2 Prozent auf 162,1 Millionen EUR Einnahmen aus der Grundsteuer B (für die übrigen bebauten und unbebauten Grundstücke) im Jahr 2014 erhöhten sich 2015 die Einnahmen um 3,1 Prozent auf 167,2 Millionen EUR. Der durchschnittlich gewogene Hebesatz betrug 412 Prozent (2014: 403 Prozent). Während in 220 Gemeinden (2014: 129) höhere Hebesätze beschlossen wurden, gab es noch 93 Gemeinden mit einem Hebesatz von 300 Prozent und weniger (2014: 126). Den höchsten Hebesatz verbucht mit 630 Prozent, wie in den Vorjahren, die Landeshauptstadt Schwerin.

Detaillierte Informationen über Ist-Aufkommen, Hebesätze und Steuereinnahmekraft der Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns können im Statistischen Bericht "Realsteuervergleich 2015" unter http://www.statistik-mv.de unter der Rubrik "Öffentliche Finanzen, Steuern, Personal"/Veröffentlichungen eingesehen werden.

Die Hebesätze der Realsteuern (Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer) für sämtliche Gemeinden Deutschlands im Jahr 2015 können über einen kostenfreien Download unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/Steuern/Steuerhaushalt/Steuerhaushalt.html abgerufen werden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Heidi Knothe, Telefon 0385 588-56432.